Evangelische Kirchengemeinde Weslarn

Geschichte der Gemeinde

Landkarte der Gemeindemitgliederverteilung

Landkarte der Gemeindegliederverteilung

 

Die Ev. Kirchengemeinde Weslarn ist eine ländliche Flächengemeinde, die sich über zwei Kommunen erstreckt:

die nördlichen Teile der Kommune Bad Sassendorf (mit den Ortsteilen Weslarn mit Sieningsen, Bettinghausen und Ostinghausen)

und

über den östlichen Teil der Gemeinde Lippetal (mit den Dörfern und den ihnen verbundenen Bauernschaften Herzfeld, Hovestadt, Nordwald, Oestinghausen, Niederbauer, Brockhausen und Schoneberg).

Der Radius der Kirchengemeinde umfasst 70 Kilometer. 

In zwei Dörfern leben zumeist evangelische Christen, ansonsten sind wir eine Gemeinde in der Diaspora. Weslarn und Brockhausen - im engeren Umkreis von Soest - sind evangelisch geprägt, geschichtlich bedingt durch den Übertritt der Stadt Soest zur Reformation im Jahre 1532. Die anderen Dörfer blieben im Erzbistum Köln.

Das Kirchspiel Weslarn mit seiner romanischen St.-Urbanuskirche hat der Gemeinde ihren Namen gegeben. St.-Urbanus wurde zwischen 1170 und 1250 gebaut, sie ist eine der ältesten Kirchen der Soester Börde. Die romanischen Wandmalereien zählen zu den ältesten erhaltenen Fresken in Westfalen. Die Kirche hat eine ungewöhnlich gute Akustik, hier finden im Sommer die Geistlichen Abendmusiken mit Künstlern aus der Region statt. 

Die geographische Ausdehnung der Kirchengemeinde in das heutige Lippetal reicht weit zurück. Bereits 1846 erfolgte die Einpfarrung der in Herzfeld wohnenden Evangelischen in die Kirchengemeinde Weslarn. Nach dem zweiten Weltkrieg kamen viele protestantische Flüchtlinge aus den ehemaligen deutschen Gebieten in Osteuropa nach Herzfeld und Hovestadt. 1954 wurde in Herzfeld die Ev. Dankeskapelle von Gemeindegliedern gebaut - am damaligen Ortsrand in einer Wohnstraße. Architektur und Ausstattung verraten die typisch protestantische Predigerkirche mit weißen, schlichten Wänden, hellen Bänken, Holzsprossen-Fenstern. In der Kirche finden 170 Besucher/-innen Platz. Der Name der Dankeskapelle stand für das Glück, ein neues Zuhause gefunden zu haben. Im Rückblick muss der Zuzug der damaligen Flüchtlinge als ein bedeutendes Ereignis in der lokalen Herzfelder Kirchengeschichte erscheinen.  

Heute wohnen zusätzlich bedingt durch die Erschließung von Neubaugebieten seit den 1960er Jahren die meisten der 2400 Gemeindeglieder in Herzfeld und Oestinghausen.